Seebestattung Ablauf – wie funktioniert eine Seebestattung, wenn die Angehörigen in München oder Umgebung leben? Diese Frage stellen sich viele Menschen, denn München liegt im Landesinneren und nicht an der Küste.
Die gute Nachricht: Auch von München aus kann eine Seebestattung organisiert werden. Die Städtischen Friedhöfe München führen selbst keine Seebestattungen durch. Wer eine Seebestattung wünscht, kann sich an ein Bestattungsunternehmen wenden. Wenn die erforderlichen Formalitäten erfüllt sind, kann die Urne für die Seebestattung an das zuständige Seebestattungsunternehmen beziehungsweise die Reederei übergeben werden.

Seebestattung Ablauf: Die wichtigsten Schritte
Der Ablauf einer Seebestattung besteht grundsätzlich aus mehreren Schritten:
- Beratung und Beauftragung eines Bestattungsunternehmens
- Überführung und Einäscherung des Verstorbenen
- Erledigung der erforderlichen Formalitäten und Genehmigungen
- Vorbereitung der Asche für die Seebestattung
- Auswahl des Seegebietes und Abstimmung des Termins
- Überführung der Urne zur Reederei beziehungsweise zum Seebestattungsunternehmen
- Beisetzung der Urne auf See
- Dokumentation der Beisetzungsposition
Die genaue Organisation hängt vom jeweiligen Sterbefall, den erforderlichen Unterlagen und der gewählten Form der Seebestattung ab.
Was ist eine Seebestattung?
Bei einer Seebestattung wird der Verstorbene zunächst in einem Krematorium eingeäschert. Anschließend wird die Urne von einem Schiff auf hoher See beigesetzt.
Das Bayerische Bestattungsgesetz nennt die Seebestattung ausdrücklich als mögliche Form der Bestattung: Nach der Einäscherung wird die Urne von einem Schiff auf hoher See beigesetzt.
Auf See werden keine Särge beigesetzt. Die Städtischen Friedhöfe München weisen ausdrücklich darauf hin, dass bei einer Seebestattung ausschließlich Urnen verwendet werden.
Welche Voraussetzungen gibt es für eine Seebestattung?
Eine Seebestattung setzt eine Einäscherung voraus. Darüber hinaus muss die Seebestattung rechtlich zulässig sein.
In Bayern ist besonders wichtig, dass die Seebestattung nachweislich dem Willen der verstorbenen Person entspricht. Das Bayerische Bestattungsgesetz sieht vor, dass die zuständige Behörde die Genehmigung für die Beisetzung einer Urne von einem Schiff auf hoher See erteilen muss, wenn der entsprechende Wille des Verstorbenen nachweisbar ist und keine anderen Rechtsvorschriften entgegenstehen.
Deshalb ist es sinnvoll, den Wunsch nach einer Seebestattung bereits zu Lebzeiten schriftlich festzuhalten. So kann später eindeutig nachvollzogen werden, welche Bestattungsform gewünscht war.
Was passiert nach der Einäscherung?
Nach der Einäscherung werden die Aschenreste entsprechend den gesetzlichen Vorgaben in einer festen Urne verschlossen. Für die eigentliche Beisetzung auf See wird eine dafür geeignete Seeurne verwendet.
Eine Seebestattung darf in Deutschland nur mit einer Seeurne durchgeführt werden, die sich im Meerwasser innerhalb kurzer Zeit vollständig auflöst. Nach den Angaben der Deutschen Flagge muss sich die Seeurne innerhalb von drei Tagen vollständig im Meerwasser auflösen. Damit die Urne auf den Meeresboden sinkt, wird sie entsprechend beschwert.
Wo findet eine Seebestattung statt?
Eine Seebestattung kann nicht an irgendeinem beliebigen Ort im Meer stattfinden.
In Deutschland sind Seebestattungen in dafür ausgewiesenen Seegebieten der Nordsee und Ostsee möglich. Diese Gebiete liegen außerhalb der Dreimeilenzone und außerhalb von Bereichen, die insbesondere für Fischerei und Wassersport genutzt werden. Die entsprechenden Beisetzungsgebiete werden von den zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern festgelegt.
Soll die Beisetzung außerhalb des deutschen Küstenmeeres erfolgen, können zusätzliche Genehmigungen erforderlich sein.
Seebestattung mit Angehörigen oder ohne Begleitung
Eine Seebestattung kann je nach gewählter Form von den Angehörigen begleitet werden.
Begleitete Seebestattung
Bei einer begleiteten Seebestattung fahren die Angehörigen mit dem Schiff zur Beisetzungsstelle. Dort kann ein persönlicher Abschied stattfinden.
Je nach Anbieter können beispielsweise vorgesehen werden:
- eine Trauerrede,
- persönliche Worte der Angehörigen,
- Musik,
- ein Gebet,
- ein gemeinsamer Moment des Gedenkens,
- ein letzter Blumengruß.
Die konkrete Gestaltung hängt von der Reederei und dem jeweiligen Angebot ab.
Stille Seebestattung
Eine Seebestattung kann auch ohne Teilnahme der Angehörigen durchgeführt werden.
Bei dieser Form übernimmt das Seebestattungsunternehmen beziehungsweise die Reederei die Beisetzung der Urne. Die Angehörigen müssen dafür nicht selbst zur Küste reisen.
Welche Unterlagen und Informationen die Familie anschließend erhält, sollte vorab mit dem Bestattungsunternehmen beziehungsweise der Reederei besprochen werden.
Kann eine Trauerfeier auf dem Schiff stattfinden?
Ja, bei einer begleiteten Seebestattung kann je nach Anbieter eine persönliche Abschiedszeremonie an Bord möglich sein.
Die Angehörigen können den Abschied individuell gestalten. Eine Trauerfeier auf See kann beispielsweise aus einer Ansprache, Musik, einem Gebet oder persönlichen Worten bestehen.
Auch ein letzter Blumengruß ist möglich, soweit er den Vorgaben des jeweiligen Anbieters entspricht. Die Städtischen Friedhöfe München beschreiben ebenfalls den traditionellen letzten Blumengruß von der Reling aus.
Was passiert bei der eigentlichen Beisetzung?
Das Schiff fährt zur vorgesehenen Beisetzungsstelle.
Dort übergibt der Kapitän die Seeurne dem Meer. Anschließend kann – je nach Gestaltung der Seebestattung – ein letzter Blumengruß erfolgen.
Die genaue Position der Beisetzung wird dokumentiert. Nach Angaben der Deutschen Flagge werden die Koordinaten der Beisetzungsstelle, die persönlichen Daten des Verstorbenen und der Zeitpunkt der Beisetzung im Schiffstagebuch festgehalten.
Auch die Städtischen Friedhöfe München weisen darauf hin, dass der Kapitän die Position der Urnenversenkung ermittelt und im Schiffstagebuch vermerkt. Der entsprechende Eintrag kann später als Auszug zur Verfügung gestellt werden.
Erhalten die Angehörigen die Koordinaten der Seebestattung?
Die Position der Beisetzung wird im Schiffstagebuch dokumentiert.
Damit besteht eine konkrete Dokumentation darüber, wo die Urne beigesetzt wurde. Die Städtischen Friedhöfe München weisen darauf hin, dass der entsprechende Eintrag später als Auszug erhältlich ist.
Für viele Angehörige ist dies ein wichtiger Bestandteil der Abschiednahme. Auch wenn kein klassisches Grab auf einem Friedhof vorhanden ist, gibt es dadurch einen dokumentierten Ort der letzten Ruhe auf See.
Kann man eine Seebestattung von München aus organisieren?
Ja. Eine Seebestattung kann von München aus organisiert werden.
Die Städtischen Friedhöfe München bieten selbst keine Seebestattung an. Als Grund nennt die Stadt ganz pragmatisch das fehlende Meer. Sie verweist Menschen mit dem Wunsch nach einer Seebestattung an ein Bestattungsunternehmen ihrer Wahl.
Für Angehörige bedeutet das: Die Beratung und Organisation können in München erfolgen. Die eigentliche Beisetzung findet anschließend an der Küste beziehungsweise im vorgesehenen Seegebiet statt.
Angehörige müssen die organisatorischen Formalitäten daher nicht selbst an der Küste erledigen. Wenn sie die Seebestattung persönlich begleiten möchten, reisen sie allerdings zum vereinbarten Abfahrtshafen.
Welche Unterlagen werden benötigt?
Welche Unterlagen im Einzelfall erforderlich sind, hängt vom Sterbefall und von der gewählten Form der Seebestattung ab.
Zu den üblichen Unterlagen im Rahmen einer Bestattung gehören beispielsweise Personenstandsurkunden und die erforderlichen Dokumente des Sterbefalls.
Für die Seebestattung kommen zusätzlich die Unterlagen hinzu, die für die Genehmigung und die Übergabe der Urne an das Seebestattungsunternehmen erforderlich sind.
Besonders wichtig ist der Nachweis, dass die Seebestattung dem Willen der verstorbenen Person entspricht.
Ein erfahrenes Bestattungsunternehmen kann die Angehörigen darüber informieren, welche Unterlagen im konkreten Fall benötigt werden.
Wie viel Zeit bleibt bis zur Seebestattung?
In Bayern gelten gesetzliche Fristen.
Eine Urne mit den Aschenresten muss grundsätzlich spätestens drei Monate nach der Einäscherung beigesetzt werden. Die Gemeinde des Ortes der Bestattung kann in bestimmten Fällen eine Ausnahme von dieser Frist zulassen.
Deshalb sollte die Seebestattung frühzeitig geplant werden. Insbesondere bei einer begleiteten Seebestattung muss zusätzlich ein geeigneter Termin mit der Reederei abgestimmt werden.
Was kostet eine Seebestattung?
Die Kosten einer Seebestattung können unterschiedlich hoch sein. Einen einheitlichen Preis gibt es nicht.
Die Gesamtkosten können sich unter anderem aus folgenden Leistungen zusammensetzen:
- Leistungen des Bestattungsunternehmens,
- Einäscherung,
- erforderliche Dokumente und Gebühren,
- Seeurne,
- Überführungen,
- Leistungen der Reederei,
- Kosten für das Schiff,
- Teilnahme der Angehörigen,
- eventuell zusätzliche Trauerfeierleistungen.
Eine stille Seebestattung ohne Begleitung der Angehörigen wird daher anders kalkuliert als eine persönliche Seebestattung mit mehreren Trauergästen und einer Trauerfeier an Bord.
Wer eine Seebestattung plant, sollte sich deshalb einen individuellen Kostenvoranschlag erstellen lassen.
Was sollten Münchner bei einer Seebestattung besonders beachten?
Für Menschen aus München ist vor allem wichtig zu wissen: Der Wohnort im Binnenland ist kein Hindernis für eine Seebestattung.
Die Städtischen Friedhöfe München führen die Seebestattung zwar nicht selbst durch, stellen die Urne aber nach Erfüllung der erforderlichen Formalitäten für die Seebestattung zur Verfügung.
Bei der Beratung sollten Angehörige insbesondere folgende Punkte klären:
- Entspricht die Seebestattung dem dokumentierten Wunsch des Verstorbenen?
- Welche Unterlagen werden benötigt?
- Welche Form der Seebestattung wird gewünscht?
- Soll die Familie die Beisetzung begleiten?
- Soll eine Trauerfeier an Bord stattfinden?
- Welches Seegebiet kommt infrage?
- Welche Reederei führt die Beisetzung durch?
- Welche Kosten entstehen insgesamt?
- Welche Dokumentation erhalten die Angehörigen nach der Beisetzung?
Seebestattung in München: Was Angehörige wissen sollten
Auch wenn München weit von der Küste entfernt liegt, kann eine Seebestattung von München aus gut organisiert werden.
Die wichtigsten Schritte sind die Einäscherung, die Erledigung der erforderlichen Formalitäten, die Vorbereitung der Seeurne, die Abstimmung mit dem Seebestattungsunternehmen und die anschließende Beisetzung in einem dafür vorgesehenen Seegebiet.
Besonders wichtig ist, dass die Seebestattung dem nachweisbaren Willen des Verstorbenen entspricht. Außerdem muss die gesetzliche Frist für die Beisetzung der Urne beachtet werden.
Für Angehörige kann es entlastend sein, die gesamte Organisation mit einem Bestattungsunternehmen in München zu besprechen. So können die notwendigen Schritte koordiniert werden, ohne dass die Familie sämtliche Formalitäten selbst mit verschiedenen Stellen an der Küste abstimmen muss.
Häufige Fragen zur Seebestattung
Wie läuft eine Seebestattung ab?
Nach dem Todesfall wird der Verstorbene eingeäschert. Anschließend werden die erforderlichen Formalitäten erledigt und die Asche für die Seebestattung vorbereitet. Die Seeurne wird zu einem Seebestattungsunternehmen beziehungsweise zu einer Reederei gebracht. Die Urne wird anschließend von einem Schiff in einem dafür vorgesehenen Seegebiet auf hoher See beigesetzt. Die Beisetzungsposition wird dokumentiert.
Kann man eine Seebestattung von München aus organisieren?
Ja. Die Städtischen Friedhöfe München bieten selbst keine Seebestattungen an, verweisen aber auf Bestattungsunternehmen. Nach Erledigung der erforderlichen Formalitäten kann die Urne für die Seebestattung übergeben werden.
Muss die Familie bei der Seebestattung dabei sein?
Nein. Eine Seebestattung kann – abhängig vom jeweiligen Anbieter – mit Angehörigen oder ohne deren Begleitung organisiert werden.
Kann eine Trauerfeier auf dem Schiff stattfinden?
Bei einer begleiteten Seebestattung kann je nach Reederei eine persönliche Abschiedszeremonie an Bord stattfinden.
Wo findet eine Seebestattung statt?
In Deutschland finden Seebestattungen in dafür ausgewiesenen Seegebieten der Nordsee und Ostsee statt.
Gibt es Koordinaten vom Beisetzungsort?
Die Koordinaten der Beisetzungsstelle werden im Schiffstagebuch dokumentiert. Die Städtischen Friedhöfe München weisen darauf hin, dass der entsprechende Eintrag später als Auszug erhältlich ist.
Wie lange nach der Einäscherung kann die Seebestattung stattfinden?
In Bayern muss die Urne grundsätzlich spätestens drei Monate nach der Einäscherung beigesetzt werden. Die zuständige Gemeinde kann in bestimmten Fällen eine Ausnahme zulassen.
Braucht man für eine Seebestattung eine spezielle Urne?
Ja. Für eine Seebestattung muss eine geeignete Seeurne verwendet werden, die sich im Meerwasser innerhalb von drei Tagen vollständig auflöst.
Ist eine Seebestattung auch für Menschen aus München möglich?
Ja. Eine Seebestattung ist auch für Münchnerinnen und Münchner möglich. Die Organisation kann über ein Bestattungsunternehmen in München erfolgen; die eigentliche Beisetzung findet anschließend in einem dafür vorgesehenen Seegebiet statt.
Persönliche Beratung zur Seebestattung
Eine Seebestattung ist eine besondere Form des Abschieds und sollte sorgfältig geplant werden.
Wenn Sie in München oder Umgebung wohnen und sich für eine Seebestattung interessieren, können Sie sich bereits zu Lebzeiten beraten lassen. Dabei können der gewünschte Ablauf, die Form der Beisetzung, die Teilnahme der Angehörigen, die erforderlichen Unterlagen und die voraussichtlichen Kosten in Ruhe besprochen werden.
Münchner Pietät berät Angehörige aus München und Umgebung zu den Möglichkeiten einer Seebestattung und unterstützt bei der Organisation der erforderlichen Schritte.

