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MÜNCHNER PIETÄT

Kann man einen Verstorbenen noch sehen? – Abschiednahme und Aussegnung in München

Kann man einen verstorbenen Menschen nach dem Tod noch einmal sehen? Darf man ihn berühren? Ist eine Abschiednahme mit offenem Sarg möglich? Und wo kann man sich in München in Ruhe von einem Angehörigen verabschieden?

Ja, in vielen Fällen ist es möglich, einen Verstorbenen nach dem Tod noch einmal zu sehen und sich persönlich von ihm zu verabschieden.

In München gibt es auf verschiedenen städtischen Friedhöfen besondere Verabschiedungsräume, in denen Angehörige in geschützter und ruhiger Atmosphäre Abschied nehmen können. Je nach Situation kann auch eine Aufbahrung mit offenem Sarg möglich sein.

Für viele Familien ist dieser letzte Moment sehr wertvoll. Noch einmal das Gesicht des geliebten Menschen zu sehen, seine Hand zu halten oder einfach einige Minuten still bei ihm zu sitzen, kann helfen, den Tod zu begreifen und bewusst Abschied zu nehmen.

Was bedeutet Abschiednahme?

Eine Abschiednahme ist das persönliche Abschiednehmen von einem verstorbenen Menschen.

Sie kann ganz individuell gestaltet werden. Angehörige können beispielsweise:

  • den Verstorbenen noch einmal ansehen,
  • seine Hand halten,
  • ihn berühren,
  • Blumen niederlegen,
  • eine Kerze anzünden,
  • Musik hören,
  • beten,
  • einige persönliche Worte sprechen oder
  • einfach einige Minuten in Stille bei ihm bleiben.

Eine Abschiednahme muss keine große Trauerfeier sein.

Manchmal wünschen sich nur die engsten Angehörigen einen stillen Moment mit dem Verstorbenen. Gerade bei einem unerwarteten Todesfall kann dieser persönliche Abschied für die Familie besonders wichtig sein.

Kann man einen Verstorbenen nach dem Tod noch sehen?

Ja. In München ist eine persönliche Abschiednahme in vielen Fällen möglich.

Auf mehreren Münchner Friedhöfen gibt es sogenannte Verabschiedungsräume. Diese Räume sind speziell dafür vorgesehen, dass Angehörige in Ruhe von einem verstorbenen Menschen Abschied nehmen können.

Die Städtischen Friedhöfe München beschreiben beispielsweise für den Nordfriedhof die Möglichkeit, den Verstorbenen noch einmal zu sehen und auch zu berühren. Informationen zum Nordfriedhof und Verabschiedungsraum

Ob eine Abschiednahme möglich ist und wie sie konkret gestaltet werden kann, hängt jedoch immer vom Einzelfall, vom Zustand des Verstorbenen sowie von den geltenden hygienischen und rechtlichen Vorgaben ab.

Darf man einen Verstorbenen berühren?

Auch das ist unter den entsprechenden Voraussetzungen möglich.

Für manche Angehörige ist es sehr wichtig, noch einmal die Hand des Verstorbenen zu halten oder ihn sanft zu berühren. Andere möchten lieber etwas Abstand halten.

Beides ist vollkommen in Ordnung.

Eine Abschiednahme soll sich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Angehörigen richten. Niemand muss einen Verstorbenen berühren oder überhaupt ansehen.

Was ist eine Aussegnung?

Die Aussegnung ist eine feierliche Verabschiedung eines verstorbenen Menschen und hat insbesondere in der christlichen Bestattungskultur eine lange Tradition.

Sie kann beispielsweise Elemente wie:

  • Gebete,
  • einen Segen,
  • Musik,
  • Lesungen,
  • persönliche Worte,
  • eine Ansprache oder
  • eine kirchliche Zeremonie

enthalten.

Eine Aussegnung kann in einer Aussegnungshalle oder – abhängig vom Friedhof und der Größe der Trauergemeinde – in einem geeigneten Verabschiedungsraum stattfinden.

Abschiednahme und Aussegnung – was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden manchmal miteinander verwechselt.

Abschiednahme bedeutet vor allem das persönliche Abschiednehmen vom Verstorbenen.

Aussegnung bezeichnet eine feierliche Verabschiedung beziehungsweise Segnung des Verstorbenen, häufig im religiösen Rahmen.

Beides kann miteinander verbunden werden.

Eine Familie kann beispielsweise zunächst im kleinen Kreis Abschied nehmen und anschließend eine kirchliche Aussegnung oder eine größere Trauerfeier durchführen.

Ist eine Abschiednahme mit offenem Sarg möglich?

Ja, eine offene Aufbahrung kann in München grundsätzlich möglich sein.

Die Münchner Friedhofssatzung sieht vor, dass eine Trauerfeier mit offenem oder geschlossenem Sarg stattfinden kann, sofern keine anderen rechtlichen oder gesundheitlichen Vorschriften entgegenstehen. Münchner Friedhofssatzung

Ob eine offene Aufbahrung im konkreten Fall möglich ist, sollte immer mit dem Bestattungsunternehmen und der zuständigen Friedhofsverwaltung besprochen werden.

Dabei können unter anderem der Zustand des Verstorbenen, die Todesursache und hygienische Vorschriften eine Rolle spielen.

Wo kann man in München Abschied von einem Verstorbenen nehmen?

In München gibt es verschiedene städtische Friedhöfe mit Möglichkeiten zur persönlichen Verabschiedung.

Nordfriedhof München

Auf dem Nordfriedhof gibt es einen Verabschiedungsraum für eine persönliche Abschiednahme.

Angehörige können dort in einem geschützten Rahmen von ihrem verstorbenen Familienmitglied Abschied nehmen.

Städtische Friedhöfe München – Nordfriedhof

Westfriedhof München

Auch auf dem Westfriedhof steht ein Verabschiedungsraum zur Verfügung. Er ermöglicht eine persönliche und ruhige Abschiednahme in kleinerem Kreis.

Städtische Friedhöfe München – Westfriedhof

Waldfriedhof München – Alter Teil

Am Waldfriedhof Alter Teil gibt es ebenfalls einen Verabschiedungsraum. Dieser kann je nach Gestaltung des Abschieds auch für eine kleinere Trauerfeier genutzt werden.

Städtische Friedhöfe München – Waldfriedhof

Ostfriedhof München

Auch am Ostfriedhof besteht die Möglichkeit einer persönlichen Verabschiedung in einem dafür vorgesehenen Raum.

Städtische Friedhöfe München – Ostfriedhof

Friedhof am Perlacher Forst

Auch der Friedhof am Perlacher Forst verfügt über einen Verabschiedungsraum für einen persönlichen und ruhigen Abschied.

Städtische Friedhöfe München – Friedhof am Perlacher Forst

Muss die Abschiednahme während der Trauerfeier stattfinden?

Nein.

Eine Abschiednahme kann auch unabhängig von der eigentlichen Trauerfeier geplant werden.

Manche Familien wünschen eine große Trauerfeier mit vielen Gästen. Andere möchten nur im engsten Familienkreis Abschied nehmen.

Beides ist möglich.

Gerade wenn nur wenige Menschen teilnehmen möchten, kann ein Verabschiedungsraum eine gute Möglichkeit sein.

Die Angehörigen können dort in Ruhe einige Minuten oder – je nach den örtlichen Möglichkeiten – länger bei dem Verstorbenen bleiben.

Kann man vor der Kremation Abschied nehmen?

Ja.

Bei einer Feuerbestattung kann die persönliche Abschiednahme vor der Kremation am Sarg stattfinden.

Das ist für viele Familien wichtig, weil sie den Verstorbenen noch einmal sehen möchten, bevor die Einäscherung stattfindet.

Die Städtischen Friedhöfe München sehen unterschiedliche Möglichkeiten für Trauerfeiern und Abschiednahmen im Zusammenhang mit einer Feuerbestattung vor. Informationen zur Feuerbestattung in München

Welche Variante für eine Familie geeignet ist, kann individuell bei der Organisation der Bestattung besprochen werden.

Kann man auch nach einer Kremation Abschied nehmen?

Bei einer Feuerbestattung findet die persönliche Abschiednahme in der Regel vor der Kremation am Sarg statt.

Nach der Einäscherung steht die Urne im Mittelpunkt der weiteren Trauerfeier oder Beisetzung.

Auch eine spätere Trauerfeier an der Urne kann sehr persönlich gestaltet werden – beispielsweise mit Musik, einer Rede, Blumen oder einem Gebet.

Wann ist eine offene Aufbahrung nicht möglich?

Eine offene Aufbahrung kann nicht in jedem Fall durchgeführt werden.

Es können beispielsweise:

  • hygienische Vorschriften,
  • bestimmte Infektionskrankheiten,
  • der Zustand des Verstorbenen,
  • behördliche Vorgaben oder
  • organisatorische Gründe

dagegen sprechen.

In solchen Fällen kann trotzdem eine persönliche Verabschiedung möglich sein – beispielsweise bei geschlossenem Sarg.

Die zuständigen Fachstellen beziehungsweise das Bestattungsunternehmen können die Angehörigen darüber informieren, welche Form des Abschieds im konkreten Fall möglich ist.

Muss ich meinen Angehörigen noch einmal sehen?

Nein.

Eine Abschiednahme ist ein Angebot, keine Verpflichtung.

Manche Menschen haben das Bedürfnis, ihren Angehörigen noch einmal zu sehen. Andere möchten lieber das Bild des Menschen in Erinnerung behalten, wie er zu Lebzeiten war.

Beides ist vollkommen verständlich.

Niemand sollte zu einer Abschiednahme gedrängt werden.

Auch innerhalb einer Familie kann jeder Mensch unterschiedlich entscheiden.

Die Ehefrau möchte vielleicht noch einmal die Hand ihres Mannes halten. Ein erwachsenes Kind möchte ihn lieber nicht sehen. Ein Enkelkind möchte vielleicht nur eine Blume neben den Sarg legen.

Jeder dieser Wege kann richtig sein.

Können Kinder einen Verstorbenen sehen?

Grundsätzlich können auch Kinder an einer Abschiednahme teilnehmen.

Entscheidend ist, dass das Kind entsprechend seinem Alter vorbereitet wird und freiwillig teilnehmen möchte.

Kindern sollte ehrlich und ruhig erklärt werden, was sie erwartet.

Zum Beispiel:

„Opa ist gestorben. Sein Körper ist jetzt ganz ruhig. Er atmet nicht mehr und kann nicht mehr sprechen. Du kannst ihn anschauen, wenn du möchtest. Du musst aber nicht.“

Ein Kind sollte niemals gezwungen werden, einen Verstorbenen anzusehen oder zu berühren.

Wie wird ein Verstorbener für die Abschiednahme vorbereitet?

Vor einer Abschiednahme wird der Verstorbene sorgfältig und würdevoll vorbereitet.

Je nach Wunsch der Familie kann dazu gehören:

  • die Kleidung, die der Verstorbene zu Lebzeiten gerne getragen hat,
  • die Haarpflege,
  • eine dezente kosmetische Versorgung,
  • das Herrichten des Gesichts,
  • die Positionierung der Hände,
  • eine persönliche Decke,
  • Blumen,
  • ein Foto oder
  • ein persönlicher Gegenstand.

Viele Familien möchten, dass der Verstorbene bei der Abschiednahme möglichst so erscheint, wie sie ihn aus seinem Leben kennen.

Das Ziel ist nicht, den Menschen „anders“ aussehen zu lassen.

Es geht darum, einen ruhigen und würdevollen letzten Anblick zu ermöglichen.

Wie läuft eine Abschiednahme in München ab?

Eine persönliche Abschiednahme kann beispielsweise in folgenden Schritten organisiert werden:

1. Wunsch nach Abschiednahme äußern

Sagen Sie dem Bestattungsunternehmen möglichst früh, dass Sie den Verstorbenen noch einmal sehen möchten.

2. Geeigneten Ort auswählen

Gemeinsam kann geklärt werden, welcher Friedhof und welcher Verabschiedungsraum infrage kommt.

3. Vorbereitung des Verstorbenen

Der Verstorbene wird entsprechend den Wünschen der Familie und den möglichen Rahmenbedingungen vorbereitet.

4. Raum gestalten

Auf Wunsch können Blumen, Kerzen, Musik, Fotos oder andere persönliche Elemente vorbereitet werden.

5. Persönlich Abschied nehmen

Die Angehörigen erhalten einen geschützten Moment, um sich in Ruhe zu verabschieden.

6. Weitere Trauerfeier oder Beisetzung

Anschließend kann – sofern geplant – die Trauerfeier, Aussegnung, Kremation oder Beisetzung stattfinden.

Wie lange dauert eine Abschiednahme?

Eine feste Dauer gibt es nicht für jede Abschiednahme.

Wie viel Zeit zur Verfügung steht, hängt vom jeweiligen Friedhof, dem Verabschiedungsraum, der Terminplanung und den individuellen Absprachen ab.

Deshalb ist es sinnvoll, die gewünschte Dauer bereits bei der Planung der Abschiednahme anzusprechen.

Für viele Menschen reichen wenige Minuten.

Andere brauchen länger.

Es gibt keine richtige oder falsche Dauer für einen Abschied.

Was kann man bei der Abschiednahme sagen?

Manchmal fehlen im entscheidenden Moment die Worte.

Das ist völlig normal.

Man muss keine Rede halten.

Man kann einfach sagen:

„Danke für alles.“

„Ich liebe dich.“

„Du wirst mir fehlen.“

„Auf Wiedersehen.“

Oder man sagt überhaupt nichts.

Auch Stille kann ein sehr persönlicher Abschied sein.

Warum kann es helfen, einen Verstorbenen noch einmal zu sehen?

Nach einem Todesfall kann es schwer sein, zu begreifen, dass ein Mensch tatsächlich nicht mehr da ist.

Besonders bei einem plötzlichen Tod kann die Abschiednahme dabei helfen, den Tod als Realität zu begreifen.

Für manche Menschen ist es beruhigend zu sehen, dass der Verstorbene friedlich liegt.

Andere empfinden es als wichtig, noch einmal seine Hand zu halten.

Wieder andere möchten einfach einen letzten Moment gemeinsam verbringen.

Die Abschiednahme kann deshalb ein wichtiger Teil des persönlichen Trauerprozesses sein – sie muss es aber nicht sein.

Häufige Fragen zur Abschiednahme in München

Kann man einen Verstorbenen nach dem Tod noch einmal sehen?

Ja. In vielen Fällen ist eine persönliche Abschiednahme möglich. In München gibt es dafür spezielle Verabschiedungsräume auf verschiedenen Friedhöfen.

Darf man einen Verstorbenen berühren?

Unter den entsprechenden Voraussetzungen kann eine Berührung Teil der Abschiednahme sein. Ob dies im konkreten Fall möglich ist, hängt von den Umständen und den geltenden Vorschriften ab.

Kann man in München eine offene Aufbahrung machen?

Ja, eine offene Aufbahrung kann grundsätzlich möglich sein. Es dürfen jedoch keine rechtlichen, hygienischen oder gesundheitlichen Gründe dagegensprechen.

Was ist der Unterschied zwischen Abschiednahme und Aussegnung?

Eine Abschiednahme ist das persönliche Abschiednehmen vom Verstorbenen. Eine Aussegnung ist eine feierliche Verabschiedung beziehungsweise Segnung, häufig im religiösen Rahmen.

Wo kann man in München Abschied von einem Verstorbenen nehmen?

Unter anderem gibt es Verabschiedungsräume am Nordfriedhof, Westfriedhof, Waldfriedhof Alter Teil, Ostfriedhof und Friedhof am Perlacher Forst.

Muss ich einen Verstorbenen sehen?

Nein. Niemand muss einen Verstorbenen ansehen oder berühren. Jeder Angehörige darf selbst entscheiden, welche Form des Abschieds sich richtig anfühlt.

Können Kinder an einer Abschiednahme teilnehmen?

Ja. Kinder können teilnehmen, wenn sie entsprechend vorbereitet sind und selbst teilnehmen möchten. Sie sollten niemals dazu gezwungen werden.

Kann die Abschiednahme vor einer Kremation stattfinden?

Ja. Bei einer Feuerbestattung kann die persönliche Abschiednahme in vielen Fällen vor der Kremation am Sarg stattfinden.

Ein letzter Abschied darf persönlich sein

Der Tod eines Menschen ist ein Moment, für den es keine allgemeingültige Anleitung gibt.

Manche Menschen brauchen eine große Trauerfeier. Andere wünschen sich einen kleinen, stillen Abschied.

Manche möchten den Verstorbenen noch einmal sehen und berühren. Andere möchten ihn so in Erinnerung behalten, wie er zu Lebzeiten war.

Beides ist richtig.

Eine Abschiednahme sollte deshalb nicht danach gestaltet werden, was „man normalerweise macht“, sondern danach, was für den Verstorbenen und seine Angehörigen stimmig ist.

Wenn Sie in München einen persönlichen Abschied von einem verstorbenen Angehörigen wünschen, sprechen Sie diesen Wunsch möglichst früh an. Gemeinsam lässt sich klären, welcher Friedhof, welcher Verabschiedungsraum und welche Form der Abschiednahme geeignet sind.

Münchner Pietät begleitet Familien dabei persönlich, einfühlsam und mit Ruhe – auch dann, wenn es um die kleinen, aber wichtigen Entscheidungen des letzten Abschieds geht.

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